Inside Resilienz - Was wirklich hinter Stress steckt

Transkript

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00:00:00: Ich freue mich, dass du heute wieder dabei bist und dir ein paar Minuten selbst schenkst.

00:00:05: Heute möchte ich über ein Thema sprechen das mir meine Arbeit immer wieder begegnet und vielleicht erkennst Du Dich direkt darin wieder!

00:00:14: Und zwar, Du bist immer für andere da.

00:00:17: Du hörst zu, Du unterstützt, Du kümmerst dich, Du denkst mit, Du übernimmst Verantwortung Und oft machst du das auch sehr gern, denn Mitgefühl, Hilfsbereitschaft und auch Fürsorge sind wunderbare Eigenschaften.

00:00:31: Doch irgendwann passiert etwas – und zwar dass die eigenen Bedürfnisse immer weiter nach hinten rutschen!

00:00:39: Die Pause wird dann zum Beispiel verschoben, der Arzttermin wird verschoben ,die Erholung wird verschobene .

00:00:45: Und während wir uns um andere kümmern verliern wir uns selbst zunehmend aus dem Blick.

00:00:51: Genau darüber möchte ich heute mit dir sprechen über Resilienz und was passiert, wenn du ständig für andere da bist und dich dabei selbst vergisst.

00:01:06: Etwas das mich schon sehr lange fasziniert ist eine Erkenntnis die auch durch meine Arbeit gewonnen habe und zwar dass Menschen gerade Menschen in helfenden Berufen häufig mit ihrer Selbstfürsorge kämpfen zum Beispiel Pflegekräfte, Therapeutinnen und Therapeuten, Ärztinnen und Ärzte, Lehrkräfte – auch Coaches wie ich selbst.

00:01:29: Sozialarbeiterin, Sozialarbeiter oder auch Erzieher und Erziehrerin also Menschen die beruflich jeden Tag andere begleiten und unterstützen Und ausgerechnet sie achten oft erstaunlich wenig auf sich selbst Und da nehme ich mich auch nicht raus, denn gerade am Anfang von meiner beruflichen Laufbahn habe ich nicht so gut auf meine Selbstfürsorge geachtet.

00:01:52: Wenn du selbstständig bist dann ja ist es auch verlockend manchmal im Wochenende zu arbeiten oder einfach noch spät E-Mails zu lesen weil du ja denkst ja dafür hab' ich vielleicht Montag dein Vormittag frei.

00:02:03: und dennoch ist es wichtig aus meiner eigenen Erfahrung gut auf sich zu achten sich feste Zeiten für die Arbeit einzuplanen und sich auch pausen zu gönnen.

00:02:13: Und dieses Muster ist mir eben auch bei anderen Menschen schon häufig begegnet, die in helfenden Berufen sind.

00:02:20: Und irgendwann habe ich mich gefragt woran liegt das eigentlich?

00:02:23: Die Forschung zeigt dass Menschen in helfinem berufen häufig besonders hohe Werte bei Empathie, Verantwortungsgefühl und für Sorglichkeit haben und genau diese Eigenschaften machen sie oft so gut in ihrem Beruf, doch auch die selben Eigenschaft können dazu führen dass die Bedürfnisse anderer wichtiger werden als die eigenen.

00:02:44: Und das ist gar nicht immer nur auf den Beruf bezogen denn auch wenn du dich privat sehr viel um andere Menschen kümmerst sagen wir auch um deine Familie, um Angehörige dann ist es oft auch so dass diese Menschen sich selbst zu wenig aus meiner Sicht im Blick haben.

00:02:59: Und da drunter liegt natürlich auch eine tieferere Ebene und die möchte ich gerne mit dir auch kurz anschauen.

00:03:06: Und zwar ist meine Beobachtung, dass wir manchmal anderen genau das geben was wir uns selbst einmal gewünscht hätten zum Beispiel Verständnis Zuwendung Sicherheit Amutigung.

00:03:20: Manchmal wären wir besonders gut darin anderen das zu schenken was uns selbst vielleicht gefehlt hat.

00:03:26: Und vielleicht kennst du das auch aus deinem eigenen Leben.

00:03:29: Nicht unbedingt aus einem helfenden Beruf, sondern eben aus deiner Familie oder der Partnerschaft, aus Freundschaften oder einfach aus der Rolle die du über viele Jahre hinweg übernommen hast.

00:03:39: Zum Beispiel die Person zu sein, die immer organisiert, die mit denkt, die sich kümmert, die den Kontakt hält, die Verantwortung übernimmt und die auch merkt wenn es anderen nicht gut geht.

00:03:50: Und oft passiert dabei etwas ganz Unhauffälliges.

00:03:53: Wir gewöhnen uns daran, immer für andere da zu sein und zwar so gut dass wir manchmal gar nicht mehr bemerken wenn wir Selbstunterstützung brauchen oder wenn unsere eigenen Bedürfnisse längst auf der Warteliste stehen.

00:04:09: Und genau deshalb finde ich die Frage so wichtig wie kann ich für andere dar sein ohne mich selbst aus dem Blick zu verlieren?

00:04:16: Denn Resilienz bedeutet nicht zwischen Fürsorge für andere und Fürsorge für sich selbst wählen zu müssen.

00:04:22: Resilience bedeutet, beides im Blick zu haben!

00:04:26: Und gleichzeitig natürlich auch ein Mitgefühl für sich selber – denn viele Menschen warten mit ihren eigenen Bedürfnissen erstaunlich lange bis zum Beispiel der Körper sich deutlich meldet oder die Erschöpfung kommt, bis sie Gereizzeit immer mehr zunimmt oder auch die Freude sogar am Beruf verloren geht….

00:04:44: Dabei sendet unser System, unser Körper und unsere Psyche oft schon viel früher Signale.

00:04:50: Nur hören wir sie eben nicht immer.

00:04:52: oder wenn nehmen Sie wahr und denken das geht schon noch ich mache das hier noch fertig danach kümmere mich um mich doch genau dieses Danach verschiebt sich oft immer weiter nach hinten.

00:05:05: Und manchmal frage ich mich dann Wenn Ich auch in den Coachings und Trainings diese Rückmeldung bekomme Dann frage ich mich, ob wir uns selbst eigentlich dieselbe Aufmerksamkeit schenken wie wir anderen schenkt.

00:05:18: Denn wenn jemand der uns wichtig ist oder mit dem wir zusammenarbeiten erschöpft ist reagieren wir oft sehr verständnisvoll.

00:05:25: zum Beispiel sagen wir machen eine Pause ruht dich aus du musst nicht alles alleine schaffen pass auf dich auf.

00:05:31: doch wenn wir selbst erschöpf sind sprechen wir häufig ganz anders mit uns Und ich hatte das schon in einer anderen Folge erwähnt, dass der innere Kritiker oft sehr hart ist auch in der eigenen Wortwahl.

00:05:41: Der sagt dann zum Beispiel reist sich zusammen los halt noch durch, das schaffst du schon, habt dich nicht so.

00:05:47: und genau das finde ich spannend denn oft behandeln wir uns selbst deutlich härter als die Menschen, die uns wichtig sind.

00:05:55: Und vielleicht liegt darin auch eine der größten Herausforderungen, dass man zu sich selbst dieselbe Freundlichkeit hat dieselbe Geduld, dasselbe Verständnis wie für andere.

00:06:08: Denn Fürsorge beginnt nicht erst bei dem was wir tun sie beginnt bei der Art wie wir mit uns selbst sprechen.

00:06:15: und deshalb möchte ich dir heute drei Fragen mitgeben.

00:06:24: Die Fragen sind eine kleine Einladung zur Reflexion.

00:06:28: die erste Frage lautet Wann hast du zuletzt jemanden um Hilfe gebeten?

00:06:33: Und gerade Menschen, die ständig für andere da sind finden das oft schwer Hilfe anzunehmen und Unterstützung anzunehmen.

00:06:41: Denn sie denken dann vielleicht, dass schaffe ich schon alleine oder auch Ich möchte niemanden zur Last fallen.

00:06:47: Die anderen haben selbst genug um die Ohren und so tragen Sie dann immer weiter obwohl Unterstützung eigentlich genau das wäre was sie in dem Moment bräuchten.

00:06:56: Die zweite Frage Würdest du mit einer guten Freundin oder einem guten Freund genauso sprechen, wie du mit dir selbst sprichst?

00:07:06: In der letzten Podcast-Folge und höre gerne noch mal rein hatte ich darüber gesprochen dass wir ungefähr viertausend Wörter pro Minute Selbstgespräche führen.

00:07:16: Viertausende Wörtern bei ganz vielen Menschen sind die oft sehr negativ und destruktiv und deshalb ist es eine wichtige Reflektionsfrage denn Es ist ganz wichtig zu überprüfen, wie wir mit uns selbst sprechen.

00:07:29: Ob wir liebevoll mit uns sind, Mitgefühl haben, sanft sind oder hart kritisch fordernd.

00:07:36: Überprüf mal für dich und vielleicht kannst du auch ein Stück mehr in die Milde und Güte mit dir selbst kommen.

00:07:44: Und jetzt kommt die dritte Frage Was brauchst Du gerade Jetzt?

00:07:49: Und hier kommst du auch wieder in den Kontakt mit dir selbst.

00:07:51: Vielleicht erinnerst du dich aus einer anderen Folge, da hatte ich über den Autopiloten gesprochen dass wir zu neunzig Prozent am Tag im Autopilot sind.

00:07:59: Das heißt, dort sind wir nicht so gut in Kontakt mit uns beziehungsweise gar nicht und spüren auch oft nicht welche Bedürfnisse wir haben.

00:08:07: Und wenn du dich fragst was du gerade brauchst dann merkst du das du vielleicht Durst hast Hunger hast Dich bewegen möchtest Dich zurückziehen möchtes Musik hören Was auch immer dir gut tut ist es wichtig mit sich im Kontakt zu sein.

00:08:25: Du kannst diese Folge auch als eine Einladung verstehen für andere da zu sein, ohne dich selbst dabei aus dem Blick zu verlieren.

00:08:33: Denn beides darf nebeneinander existieren und es geht nicht darum aufzuhören fürsorglich zu sein oder für andere darzu sein uns sie zu unterstützen.

00:08:42: doch es geht darum dass du dir dieselbe Fürsorge auch schenkst das selbe Verständnis die selbe Geduld denn langfristig kannst du nur gut für andere dasein wenn du auch gut für dich selbst sorgst.

00:08:58: Danke, dass du heute wieder dabei warst.

00:09:01: Und wenn Du einen Themenwunsch für diesen Podcast hast oder eine Frage die Dich beschäftigt – oder einem Puls den ich einmal aufgreifen soll, dann schreib mir gerne!

00:09:10: Denn viele Folgen entstehen genau aus solchen Anregungen oder aus meinen Coachings- oder Trainings und vielleicht wird aus Deiner Nachricht schon ganz bald die nächste Folge von Inside Resilienz.

00:09:22: Bis dahin wünsche ich Dir alles Gute und Achte gut auf Dich!