Was wirklich hinter Stress steckt - und wie Du zurück in Deine Balance findest.
00:00:00: Schön, dass du heute dabei bist.
00:00:02: Vor einigen Tagen habe ich einen Blick auf die Statistik von meinem Podcast geworfen und da ist mir was aufgefallen, das mich sehr gefreut hat!
00:00:10: Denn Menschen hören diesen Podcast inzwischen nicht nur in Deutschland sondern auch in den USA, in Frankreich, Japan, Hongkong, der Schweiz, in Dänemark oder Uruguay.
00:00:22: Und falls Du gerade aus einem dieser Länder zuhörst dann nochmal ein ganz herzliches Willkommen.
00:00:26: Ich freue mich wirklich sehr, dass Du dabei bist.
00:00:30: Ja und während ich die Länder so gesehen habe, muss sich an was denken.
00:00:34: Wie viele Menschen leben dort eigentlich schon?
00:00:37: Lange!
00:00:38: Und wie viele haben irgendwann ihr Zuhause verlassen?
00:00:41: Zum Beispiel für einen Job, für die Liebe, für ein Studium oder für ein Abenteuer ja oder einfach für einen kompletten Neuanfang?
00:00:50: Auch ich habe einige Jahre in den USA gelebt und auch in Großbritannien.
00:00:55: Und stehe jetzt gerade selbst wieder vor der nächsten Veränderung, wenn die nächsten Monaten ein Umzug ansteht.
00:01:02: Und jedes Mal hab' ich erlebt wie widersprüchlich sich Veränderungen eigentlich anfühlen können.
00:01:08: Viele erleben bei so einer Art Veränderungsvor allem erstmal Vorfreude dann auch Neugier eine gewisse Aufbruchsstimmung und gleichzeitig auch manchmal eine Unsicherheit oder sogar eine Orientierungslosigkeit.
00:01:22: Oder das Gefühl, dass etwas Vertrautes fehlt oder wegfällt.
00:01:26: und das Spannende darin ist viele Menschen denken bei Stress zuerst an Probleme oder Krisen doch auch positive Veränderungen können unser Nervensystem herausfordern Und genau darüber möchte ich heute mit dir sprechen über Resilienz, über Kulturschock und darüber was passiert wenn das Vertraute plötzlich fehlt.
00:01:51: Veränderung gehören zum Leben.
00:01:52: Ich glaube, das ist allen klar.
00:01:54: Und trotzdem lösen sie oft mehr an uns aus als wir zunächst vermuten.
00:01:59: Vielleicht kennst du das selbst?
00:02:00: Ein Umzug ein neuer Job eine neue Beziehung die Geburt eines Kindes oder der Schritt in die Selbstständigkeit oder der Umzug in ein anderes Land Von Außen betracht es sind das oft positive Entwicklungen Dinge, die wir uns gewünscht haben Die wir schon immer wollten, die wird total schön finden und trotzdem können sie anstrengend sein, manchmal sogar überraschend anstreggend.
00:02:24: Denn unser Gehirn liebt Vertrautheit und aus wissenschaftlicher Sicht ist das gut nachvollziehbar denn unser Gehörn versucht ständig Energie zu sparen weil es hocheffizientes und vertraute Abläufe, bekannte Orte und gewohnte Routinen helfen dabei.
00:02:40: wir müssen weniger nachdenken, weniger Entscheidungen treffen, weniger Energie aufwenden.
00:02:46: Wenn sich jedoch vieles gleichzeitig verändert, steigt der Aufwand für unser Gehirn erheblich.
00:02:52: Plötzlich ist nicht mehr alles selbstverständlich – Der Weg zur Arbeit ist vielleicht neu Die Menschen um uns rum die Sprache ist eine andere, die Kultur oder einfach die kleinen Routinen des Alltags.
00:03:04: Und selbst positive Veränderungen können deshalb Stress auslösen Und das bedeutet nicht, dass die Veränderung falsch ist sondern, dass sich unser System und sein Nervensystem erst daran anpassen muss.
00:03:18: Und genau deshalb erleben viele Menschen in Veränderungsprozessen ganz widersprüchliche Gefühle.
00:03:24: zum einen freuen sie sich auf das Neue und vermissen aber gleichzeitig auch das Alte.
00:03:29: Sie sind voller Hoffnung und gleichzeitig verunsichert oder sie möchten vorwärts gehen und sehen sich dennoch nach dem Vertrauten Das es alles Vollkommen normal.
00:03:41: Besonders deutlich wird das beim Leben im Ausland!
00:03:44: In der interkulturellen Forschung spricht man häufig von verschiedenen Phasen des Kulturschocks.
00:03:50: Wenn ihr gerade aus dem Ausland zuhört, dann könnt ihr das sicher sehr gut nachvollziehen Denn bei einem Kulturschock geht es nicht darum dass etwas mit uns nicht stimmt sondern darum wie Menschen auf eine neue Umgebung reagieren.
00:04:07: Oft beginnt alles mit einer Phase großer Herausforderung, man nennt es auch die Hannimunphase.
00:04:12: Die neue Umgebung wird spannend, Alles ist interessant und aufregend.
00:04:16: Man entdeckt Neues, lernt Menschen kennen.
00:04:18: Es fühlt sich an wie ein Abenteuer.
00:04:21: Ich kenne das selbst sehr gut.
00:04:23: Doch nach einiger Zeit folgt dann bei vielen Menschen eine zweite Phase Und genau dort wird es oft herausfordernd Denn...die Unterschiede werden plötzlich deutlich haben Zu dem vielleicht Heimatland, zu dem vertrauten Ort und die ersten Schwierigkeiten tauchen auf.
00:04:40: Man merkt dass vieles mehr Energie kostet als gedacht.
00:04:44: Vielleicht fehlt einem auch die Familie Vielleicht fehlen vertraute Freunde Und vielleicht fehlt einfach das Gefühl sich selbstverständlich in der Welt bewegen zu können So wie früher so wie vorher.
00:04:57: Doch das hat nichts mit persönlichen Versagen zu tun Sondern mit einem ganz normalen Anbrassungsprozess der Psyche Denn unser Gehirn liebt Vorhersehbarkeit.
00:05:09: Es mag Orientierung, es mag Sicherheit und Veränderung bedeuten zunächst einmal das Gegenteil – sie bedeuten mehr Unsicherheit, mehr unbekanntes, mehr Anpassung.
00:05:21: und deshalb bedeutet Resilienz auch nicht dass man Veränderungen einfach wegsteckt sondern resiliente Menschen erleben Unsicherhalt Und lassen Sie auch zu.
00:05:32: Sie erleben Zweifel, Heimweh, Frustration, Ärger – manchmal auch das Gefühl von totaler Überforderung und der Unterschied liegt häufig darin wie sie damit
00:05:42: umgehen.".
00:05:44: Und ich muss dabei gerade an eine Begegnung denken, die mich bis heute berührt auf wo sie viele Jahre her ist.
00:05:49: Während meiner Zeit im Ausland in den USA war.
00:05:52: es erzählte mir eine bekannte von ihren ersten Monaten in diesem Land.
00:05:57: Ihr Mann hat tagsüber gearbeitet und sie selbst hatte die Sprache kaum gesprochen und war erst dabei zu lernen.
00:06:04: Sie kannte fast niemanden und dadurch dass sie die Sprach nicht gesprochen hat was für sie besonders schwer.
00:06:09: Und dann hat sie mir erzählt, dass sie sich manchmal auf einem Parkbank-Setz tagsüber und einfach nur die Menschen beobachtet.
00:06:16: Und das sie sich dabei immer wieder einen Satz gesagt oder ein Satz gedacht hat – jetzt nur nicht weinen!
00:06:23: Das berührt mich wirklich bis heute.
00:06:25: Als sie mir das erzählt hat war ich so bewegt weil in diesem Satz einfach so viel steckt.
00:06:30: Die Einsamkeit, die Unsicherheit, das Vermissen von Vertrauten und gleichzeitig der Versuch irgendwie weiter zu machen.
00:06:38: Und genau solche Momente werden oft nicht gesehen, denn von außen wirkt dein Umzug ins Ausland oder auch einfach innerhalb Deutschlands vielleicht spannend nach einem Abenteuer mutig.
00:06:49: Doch hinter diesen ganzen Veränderungen stecken auch sehr viele Herausforderung.
00:06:55: Momente in denen wir uns fragen wann werde ich mich hier endlich zu Hause fühlen?
00:07:00: Warum fällt mir das gerade so schwer?
00:07:04: Und stimmt mit mir irgendwas nicht, denn hier ist es doch eigentlich wunderschön.
00:07:08: Und genau deshalb ist es mir so wichtig, über Resilienz nicht nur als Stärke zu sprechen sondern auch als die Fähigkeit sich selbst in solchen Momenten mit Mitgefühl zu begegnen.
00:07:20: Und ehrlich gesagt finde ich liegt darin die besonders große Stärke Denn Anpassung braucht Zeit und es bedeutet nicht nach außen vor allem stark zu sein Sondern wirklich zu sagen Ich erlaube mir jetzt auch diese Phasen Diese Gefühle die ich habe auch zum Beispiel auf dieser Parkbank zu sitzen, die Tränen nicht zurückzuhalten sondern einfach mal zuzulassen und am nächsten Tag vielleicht schon ein kleines Stück weiter zu sein.
00:07:47: Und das erleben nämlich viele Menschen, nach dieser Phase der Verunsicherung gehen sie in eine Phase der Anpassung.
00:07:55: Hier entstehen neue Routinen.
00:07:58: die Umgebung wird plötzlich vertrauter.
00:08:01: vielleicht hast du einen Lieblingscafé und neue Menschen kennengelernt Du kennst den Weg zum Supermarkt.
00:08:08: auch das Neue Zuhause fühlt sich schon ein bisschen mehr zu Hause und nach Geborgenheit an Und die kleinen Dinge, die am Anfang Energie gekostet haben werden selbstverständlicher.
00:08:20: und genau das ist spannend.
00:08:21: Denn häufig verändert sich nicht zuerst die Situation sondern unser Verhältnis dazu.
00:08:27: Unser Nervensystem sammelt neue Erfahrungen, neue Orientierungspunkte und neue Momente von Sicherheit und aus dem Fremden wird langsam etwas Vertrautes.
00:08:37: Ja und dabei geht es gar nicht nur um Umzüge, sondern es gilt für viele Veränderung im Leben Zum Beispiel auch für einen neuen Job oder wenn du eine neue Stelle angenommen hast, wenn du dich wachst in die Selbstständigkeit zu gehen.
00:08:51: Oder auch nach einer Trennung oder eben für ein Umzug in eine andere Stadt.
00:08:57: Am Anfang schauen wir oft auf das was wir verloren haben Auf das was nicht mehr da ist Die vertrauten Menschen, gewohnten Abläufe und Sicherheit.
00:09:05: doch mit der Zeit entsteht etwas Neues neue Kontakte, neue Erfahrungen, neue Möglichkeiten und manchmal sogar Seiten an uns selbst die wir vorher noch gar nicht kannten.
00:09:20: Deshalb möchte ich dir heute noch ein Gedanken mitgeben!
00:09:26: Wenn sich eine Veränderung, in der du gerade bist schwer anfühlt bedeutet das nicht automatisch dass sie falsch ist.
00:09:33: Diesen Satz finde ich persönlich sehr wichtig denn viele Menschen interpretieren Unsicherheit als Warnsignal.
00:09:39: Sie denken dann vielleicht wenn sich das so schwer anfüllt sollte ich vielleicht wieder zurückgehen oder war die Entscheidung falsch?
00:09:46: Vielleicht bin ich nicht dafür gemacht.
00:09:48: doch oft bedeutet Unsicherkeit zunächst einmal nur Dass zu dich außerhalb deiner gewohnten Komfortzone bewegst dass dein Gehirn und der Nervensystem gerade dabei sind, etwas Neues zu lernen.
00:10:01: Und Lernen kostet Energie, Anpassung kostet energie, Veränderungen kostet energie.
00:10:08: Deshalb ist Selbstfürsorge gerade in solchen Phasen besonders wichtig.
00:10:12: Und vielleicht magst du dazu nochmal in die Folge zum Thema Selbstfürsaugereinhören.
00:10:18: Ja und wenn ich auf mein eigenes Leben zurückblicke, dann waren die größten Veränderungen oft gleichzeitig auch die Phasen in denen ich am meisten gelernt habe.
00:10:28: Nicht unbedingt über die Welt sondern über mich selbst, über das was mir wichtig ist, über dass was mir Kraft gibt, über Das was mich trägt, wenn plötzlich das Vertraute fehlt Und vielleicht stehst du gerade selbst vor einer Veränderung oder bist mittendrin und vielleicht hörst Du diese Folge in einem anderen Land.
00:10:47: Vielleicht bereitest Du auch gerade ein Umzug vor, oder vielleicht hat sich Dein Leben in den letzten Monaten stärker verändert als Du geplant hast.
00:10:55: Dann möchte ich Dir heute etwas mitgeben!
00:10:58: Du musst nicht sofort angekommen sein!
00:11:01: Du muss nicht alles sofort im Griff haben Und du musst auch nicht sofort wissen, wie alles weitergeht.
00:11:07: Manchmal besteht Resilienz genau darin nur den nächsten einen Schritt zu gehen – obwohl der Rest noch nicht klar ist und Vertrauen zu entwickeln, obwohl noch Fragen offen sind.
00:11:20: Denn zwischen Aufbruch- und Ankommen liegt oft eine Phase die sich unsicher anfühlt und genau dort wächst deine Resilience Nicht erst am Ziel sondern mitten auf dem Weg.
00:11:32: Ich wünsche dir ganz viel Kraft für alle Veränderungen, die gerade in deinem Leben anstehen und falls du diesen Podcast aus einem anderen Land hörst.
00:11:41: Danke dass du dabei bist!
00:11:42: Und ich freue mich sehr das wir auf diese Weise weiter miteinander verbunden sind.
00:11:47: bis zur nächsten Folge.