Inside Resilienz - Was wirklich hinter Stress steckt

Transkript

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00:00:00: Schön, dass du heute dabei bist.

00:00:02: Ja ich nehme diese Podcastfolge gerade an einem Sonntag auf und während ich die so vorbereitet habe musste ich an etwas denken und zwar an etwas das mir ganz oft in Trainings oder Coachings begegnet nämlich Menschen, die sagen eigentlich hatte ich Wochenende aber ich fühle mich trotzdem nicht erholt.

00:00:21: und je länger ich dann darüber nachgedacht habe desto klarer wurde mir wie viele Menschen genau dieses Gefühl kennen.

00:00:28: Denn oft beginnt das Wochenende mit der Hoffnung endlich mal durchatmen zu können, Zeit zu haben weniger Termine.

00:00:36: Doch dann vergeht der Samstag und ja man war vielleicht einkaufen hat die Wohnung aufgeräumt oder das Haus sich mit Freunden getroffen oder noch irgendwas Schönes gemacht und dann kommt er Sonntag Und irgendwann wird auch aus dem Sonntagnachmittag dann langsam der Sonntageabend.

00:00:52: und genau an diesem Punkt verändert sich bei vielen Menschen etwas Und die Gedanken beginnen dann voraus zu laufen und man beginnt sich zu fragen, was steht morgen an?

00:01:05: Welche Termine warten auf mich?

00:01:07: Wie wird es wohl im Job?

00:01:09: Wie hat die eine Person auf meine letzte E-Mail reagiert.

00:01:12: Was muss ich noch erledigen?

00:01:14: Und obwohl das Wochenende noch nicht vorbei ist, ist die neue Woche dann innerlich oft schon angekommen Und manche kennen dieses Gefühl dann als Sunday Blues, also eine Mischung aus Unruhe, Druck und auch ein Gefühl von Niedergeschlagenheit.

00:01:31: Und auch dem Gefühl dass die freie Zeit viel zu schnell vorbeigegangen ist.

00:01:35: Genau dann taucht bei vielen Menschen die Frage auf.

00:01:38: Ich hatte doch eigentlich Wochenende warum führe ich mich trotzdem nicht wirklich erholt?

00:01:43: Und genau darüber möchte ich heute mit ihr sprechen!

00:01:52: Denn häufig liegt die Ursache nicht darin, dass wir zu wenig freie Zeit haben sondern darin das Freizeit und Erholung nicht dasselbe sind.

00:02:01: Das klingt vielleicht erstmal überraschend doch frei zu haben und sich zu erholen sind zwei ganz unterschiedliche Dinge.

00:02:09: Viele Menschen versuchen ihrer Holung auf das Wochenende zu schieben so nach dem Motto jetzt halte ich die Woche noch durch und am Wochenender hole ich mich dann.

00:02:17: Doch unser Nervensystem funktioniert nicht nach diesem Prinzip Und genau das erklärt, warum sich viele Menschen trotz Wochenende nicht wirklich erholt fühlen.

00:02:26: In meiner Arbeit verwende ich dann gern ein Bild und zwar von einem sogenannten Stressfass.

00:02:32: Stellt dir vor es ist wie ein normales großes Fass was sich im Laufe der Woche Stück für Stück füllt mit Terminen durch Verantwortung auch durch Zeitdruck vielleicht Konflikte zu wenig Schlaf oder ständige Erreichbarkeit und die vielen kleinen großen Anforderungen des Alltags, die noch so anstehen.

00:02:51: Und jede Belastung füllt das Fass ein bisschen mehr.

00:02:55: Wenn wir zwischendurch nichts ablassen durch einen Ventil, dann steigt der Pegel natürlich immer weiter an.

00:03:01: Viele Menschen hoffen dann dass das Wochenende das FASS wieder lehrt!

00:03:05: Doch häufig reicht das nicht aus, denn unser Nervensystem arbeitet nicht nach dem Prinzip.

00:03:10: So von wegen fünf Tage Anspannung und dann zwei Tage Erholung.

00:03:14: Denn wenn wir die ganze Woche wie im fünften Gang unterwegs sind können wir auch nicht erwarten dass am Freitagabend direkt in der Lage sind in den ersten Gang runterzuschalten.

00:03:24: Denn unser System, unser Körper, die Psyche brauchen Übergänger.

00:03:29: Deswegen hatte ich ja auch schon mal in einem anderen Podcast über Rituale gesprochen.

00:03:33: Es braucht eine Zeit, um von der Aktivierung in eine Regeneration zu wechseln und hier wird es spannend denn aus wissenschaftlicher Sicht ist Stress nicht nur etwas das wir denken sondern es ist wirklich auch ein biologischer Zustand.

00:03:49: Unser autonomes Nervensystem, das arbeitet ständig im Hintergrund und bewertet auch die ganze Zeit wie sicher oder auch wie herausfordernd unsere Umgebung ist.

00:03:59: Mit Nerven-Systemen meine ich übrigens diese Systeme in unserem Körper und der Psyche, die unbewusster für sorgen dass wir auf Belastungen Sicherheit Stress oder Anspannung reagieren.

00:04:10: Und wenn wir unter Druck stehen dann schaltet unser Organismus in einen Zustand erhöhte Aktivierung Dann werden Stresshormone ausgeschüttet wie Cortisol und Adrenalin, die uns auch helfen leistungsfähig zu bleiben.

00:04:23: Und das ist grundsätzlich auch sinnvoll und gut so, denn es ist auch wichtig Herausforderung zu bewältigen und in der Lage zu seinen Entscheidungen zu treffen.

00:04:32: Aber problematisch wird es dann wenn dieser Zustand kaum noch unterbrochen wird.

00:04:37: Das heißt, wenn unser Organismus dauerhaft in Anspannung ist – denn dafür ist er wirklich nicht gemacht, er braucht diesen Wechsel zwischen Aktivierung und Erholung, also zwischen Anspannung und Entspannungen.

00:04:51: Zwischen Leistung und Regeneration.

00:04:53: Und genau dieser Wechsel fehlt bei vielen Menschen

00:04:57: heutzutage.".

00:04:59: Und dann sind sie oft vor allem in der Anspannung.

00:05:02: Deshalb erleben manche etwas Fast-Paradoxes, Sie haben endlich frei und können eben trotzdem nicht richtig abschalten.

00:05:10: Der Körper sitzt vielleicht auf dem Sofa aber das Nervensystem arbeitet noch die ganze Zeit weiter.

00:05:14: Die Gedanken kreisen, die Anspanungen bleiben bestehen – vielleicht kann man auch gar nicht still sitzen erstmal!

00:05:20: Dann greifen viele automatisch zum Handy oder lesen Nachrichten, scrollen durch Social Media oder organisieren die kommende Woche Nicht weil sie was falsch machen, sondern weil ihr System weiterhin auf Aktivität eingestellt ist.

00:05:34: Und dann entsteht schnell der Eindruck ich kann irgendwie nicht abschalten.

00:05:38: Doch häufig geht es gar nicht um Mangel in der Entspannungsfähigkeit, sondern darum dass dein Nervensystem nie die Gelegenheit bekommt regelmäßig zwischen Anspannung und Entspannung zu wechseln.

00:05:50: Und genau hier kommen wir zum Thema auch Resilienz.

00:05:52: Denn Resilience bedeutet nicht nur mit Belastung, Veränderung und auch unvorhergesehenen Situation gut umgehen zu können sondern es bedeutet auch immer wieder in einem Zustand von innerer Stabilität zurückzufinden.

00:06:07: Und resiliente Menschen die haben nicht weniger Stress doch sie haben Möglichkeiten gefunden auch unter der Woche Ihr Stressfass, ein Stück zu lehren und immer wieder was abzulassen.

00:06:19: Indem Sie sich Möglichkeiten schaffen wo sie sagen jetzt halte ich mal inne Ich mache eine Pause zwischen zwei Terminen.

00:06:27: Ich gehe an die frische Luft.

00:06:29: Ich halte einen Moment inne.

00:06:31: Ich sorge einfach für mich und bin auch mit mir im Kontakt und frag mich eben wie geht es mir gerade?

00:06:36: Was brauche ich also?

00:06:38: diese Fragen, die wir auch schon in einem der letzten Podcasts besprochen haben.

00:06:43: Und manchmal sagen Menschen zu mir, ja das wirkt so unscheinbar oder das wirkt so klein.

00:06:47: Aber für unser Nervensystem ist es doch bedeutsam denn die Unterbrechungen, die helfen dass wir nicht dauerhaft in der Aktivierung bleiben sie helfen dem Körper und auch der Psyche immer wieder kurz in einen Zustand von Sicherheit und Regulation zurückzufinden und das genau stärkt deine Resilienz.

00:07:13: Studien zeigen sogar, dass bereits kurze bewusste Erholungspausen die Stressbelastung nachweislich reduzieren und unsere Konzentrations- und Regenerationsfähigkeit unterstützen können.

00:07:24: Ja und genau deshalb sollte Erholung nicht erst am Wochenende beginnen sondern auch schon am Montag und sich eben über deine gesamte Woche fortsetzen!

00:07:33: Ein weiterer wichtiger Punkt ist auch das Heruntertacken am Abend, denn viele Menschen haben auch Schwierigkeiten in den Schlaf zu kommen gut einzuschlafen durchzuschrafen.

00:07:42: Sie wachen dann eben nachts zum Beispiel wieder auf und auch hier ist es so dass unser Nervensystem einen Übergang braucht.

00:07:50: deswegen würde ich dir empfehlen dass du etwa eine Stunde vor dem schlafen gehen die Reize bewusst reduziert Zum Beispiel indem du das Handy in den Nachtmodus schaltest, möglichst keine belastende Nachrichten mehr anschaust.

00:08:03: Nicht noch schnell auf letzte E-Mails reagierst und vielleicht einfach ruhige Musik hörst oder etwas wo du merkst.

00:08:09: Das tut mir gut!

00:08:10: Das entspannt mich ein Buch lesen oder einfach den Tag bewusst ausklingen zu lassen.

00:08:17: Auch hier wieder ist es so, dass Studien zeigen das insbesondere helles Bildschirm Licht am Abend.

00:08:22: Die Ausschüttung von Melatonin also unserem Schlafhormon beeinflussen kann und unser Gehirn braucht Signale, dass der Tag langsam zu Ende geht.

00:08:31: Und vielleicht kannst du dich selbst mal in den kommenden Tagen ein bisschen beobachten und dich fragen, wartest du schon auf das Wochenende damit es dir wieder besser geht oder beginnst du vielleicht auch so kleine Momente der Regeneration für dich zu schaffen wo du nicht permanent in der Anspannung bleibst?

00:08:49: Denn genau dort beginnt auch Resilienz in diesen kleinen Momenten dazwischen, die dafür sorgen dass wir eine gesunde Balance haben zwischen Anspannung und Entspannungen.

00:09:00: Und jetzt wünsche ich dir eine gute Woche mit vielen kleinen Momentan des Inhaltens.