Inside Resilienz - Was wirklich hinter Stress steckt

Transkript

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00:00:00: Heute möchte ich mit dir über etwas sprechen, das unglaublich viele Menschen beschäftigt.

00:00:05: Auch wenn oft nicht offen darüber gesprochen wird und zwar das Gefühl sich plötzlich unsicher zu fühlen.

00:00:12: Sich kleiner zu machen als man eigentlich ist oder auch an sich selbst zu zweifeln oder in bestimmten Situationen nicht mehr wirklich souverän zu sein.

00:00:21: Ja und das passiert natürlich nicht nur am Job sondern genauso im Privatleben In Beziehungen, Gesprächen mit anderen Menschen und überall dort, wo wir das Gefühl haben, bewährte zu werden oder eher funktionieren zu müssen.

00:00:36: Und vielleicht kennst du auch solche Situationen in denen dann jemand plötzlich gereizt reagiert oder sehr dominant spricht oder sehr laut oder dich einfach nur kritisch anschaut oder irgendwie ein Wort sagt was dich triggert?

00:00:49: Und obwohl du eigentlich etwas ganz anderes sagen wolltest, reagierst du dann plötzlich in dem Moment ganz anders als geplant.

00:00:56: Ja und vielleicht wirst du stiller ziehst dich innerlich zurück oder du merkst, dass du dich plötzlich irgendwie rechtfertigst und verunsichert fühlst.

00:01:05: Und vielleicht ärgerst du dich später auch über dich selbst und denkst, warum habe ich mich so verunsicherung lassen?

00:01:11: Dann spielst du die Szene in Gedanken immer wieder durch und durch!

00:01:15: Ich glaube genau das erleben gerade viele Menschen häufiger.

00:01:19: es wird noch nicht so viel da darüber gesprochen, denn wir leben in einer Zeit, in der unglaublich viele Menschen innerlich unter Druck stehen.

00:01:27: Beruflich privat emotional finanziell und wenn unser Nervensystem dauerhaft angespannt ist verändert das natürlich auch wie wir miteinander sprechen oder auch übereinander sprechen und wie wir miteinander umgehen.

00:01:44: Und mit nerven system meine ich übrigens unsere inneren stress und Regulationsmechanismen, also die Teile in uns, die darauf reagieren ob wir uns sicher fühlen angespannt überfordert oder ruhig.

00:01:59: Und genau deshalb möchte ich heute über ein Thema sprechen das ein unglaublich wichtiger Teil von Resilienz ist und zwar souverän und selbstsicher zu bleiben auch unter Stress Ja.

00:02:13: und bevor wir tiefer einsteigen es mir ein Gedanke noch ganz wichtig Es ist völlig okay sich manchmal unsicher zu fühlen?

00:02:21: Wirklich, gerade in stressigen Zeiten oder wenn man vor einer Gruppe sprechen muss.

00:02:26: In Meetings, in Konfliktsituationen oder in Situationen wo du das Gefühl hast jetzt werde ich bewertet.

00:02:33: und Unsicherheit macht uns nicht schwach sondern sie macht uns eigentlich auch sehr menschlich.

00:02:39: Und die Frage ist also Nicht Wie schaffe Ich es nie wieder unsicher Zu sein Sondern eher Wie kann ich trotzdem in dem Moment bei mir bleiben?

00:02:51: Und genau da wird es jetzt spannend, denn unser Körper spielt eine viel größere Rolle als die meisten Denken.

00:02:58: Und oft merken wir gar nicht wie sehr Stress unsere Wirkung beeinflusst und zwar nicht nur über Worte sondern über die gesamte Ausstrahlung, über unsere Haltung, über die Stimme, über unseren Blick und auch die Körpersprache.

00:03:13: Und andere Menschen können dann oft innerhalb weniger Sekunden spüren, wirkt die andere Person ruhig?

00:03:20: Wirkt sie offen, angespannt oder unsicher.

00:03:24: Das passiert meistens völlig unbewusst und genau das begegnet mir übrigens auch häufig in Coachings oder in Trainings wenn viele Menschen sagen Eigentlich weiß ich fachlich zum Beispiel, was ich sagen möchte.

00:03:37: Aber unter Druck werde ich plötzlich unsicher und das kennen viel mehr Menschen als man denkt.

00:03:42: Deswegen ist es mir auch so wichtig hier in dem Podcast darüber zu

00:03:45: sprechen.".

00:03:47: Und vielleicht hast du das an dir selbst sogar schon mal beobachtet, wenn du dich unsicher fühlst dass du dich oft automatisch kleiner machst.

00:03:55: Das bedeutet die Schultern ziehen sich nach vorn der Atem wird flacher Der Blick geht eher nach unten und genau deshalb beginnt Souveränität nämlich nicht mit irgendwelchen perfekten Worten sondern viel mehr damit wieder bei sich selbst anzukommen und zu registrieren.

00:04:13: Moment mal, wie ist denn meine Körperhaltung?

00:04:15: Tut mir das gerade gut!

00:04:17: Fühl ich mich besser oder schlechter wenn ich in dieser Körperhaltungen bin?

00:04:22: Und vielleicht hast du in dem Zusammenhang auch schon einmal vor den sogenannten Power-Posen gehört... Das sind einfach Körperhaltungen, die offen sind und aufrecht sind.

00:04:32: Und dabei geht es gar nicht darum irgendwas vorzuspielen oder künstlich selbstbewusst zu wirken sondern darum zu verstehen dass der Körper-und das Nervensystem sich wechselseitig beeinflussen Und viele Menschen fühlen sich durch eine bewusst offene Haltung und eine, das heißt auch Raum einnehmende Haltung ruhiger präsenter und stabiler selbst wenn sie eigentlich im Inneren unsicher sind.

00:04:59: Das liegt dann daran... dass wir über die Körperhaltung auch bestimmte Signale an unser Gehirn senden.

00:05:07: Und es heißt, dass nach ungefähr zwei Minuten das schon so ist, dass auch der Hormonhaushalt darauf reagiert.

00:05:14: Das heißt zum Beispiel, dass mehr Testosterone ausgeschüttet wird und auch Cortisol, das Stresshormon sich senkt.

00:05:21: wenn du eine aufrechte Körperhaltungen einnimmst den Blick geradeaus oder auch nach oben hast darüber auch beeinflussen kannst und insgesamt dich in einen besseren Zustand bringen kannst.

00:05:38: Nicht um zum Beispiel ein Problem oder eine Situation zu ignorieren, sondern um dich auch über den Körper mit steuern zu können im positiven Sinne.

00:05:49: Denn diese Möglichkeit wird oft noch zu wenig genutzt – auch über dem Körper die Psyche beispielsweise zu beeinflussend.

00:05:56: Und um ganz konkret zu sein, du kannst es einfach mal ausprobieren.

00:05:59: Dass du dich mit beiden Füßen bewusst auf den Boden stellst, möglichst schulterbreit und die Schultern etwas öffnest und aufrecht hast also nicht nach vorn zusammengezogen sondern wirklich eher schultern gerade dass Du versuchst ruhig zu atmen und den Blick anzuheben.

00:06:19: Wenn Du einen Moment in dieser Pose bleibst dann kannst Du mal einfach überprüfen wie es dir geht, ob du dich besser fühlst oder schlechter als vorher.

00:06:30: Das können wir oft sehr gut wahrnehmen und dein Nervensystem bekommt in dem Moment das Signal ich darf Raum einnehmen Ich bin da Und ich muss mich nicht klein machen.

00:06:43: Ich habe zum Beispiel genau das mal vor meiner Prüfung in der Uni von meiner mündlichen Prüfungen genau das ausprobiert in einen Raum gegangen, wo ich kurz für mich sein konnte und habe genau diese Power-Bosen eingenommen.

00:06:58: Und hab wirklich gemerkt, ich fühle mich sicherer, kompetenter... Das hat mir irgendwie geholfen dieser sehr stressige Situation besser zu bewältigen und da auch souveräne reinzugehen an dieses Gespräch oder beziehungsweise in die Prüfung.

00:07:12: Ein weiterer Punkt der ganz eng mit Selbstsicherheit verbunden ist Grenzensätzen.

00:07:17: Und genau das fällt vielen Menschen unglaublich schwer und vor allem Menschen, die sehr empathisch sind.

00:07:24: Und die auch sehr engagiert sind.

00:07:26: Viele sagen zu schnell ja weil sie andere entlasten wollen, weil sie anderen helfen wollen und auch weil sie zum Teil niemanden enttäuschen wollen.

00:07:38: Manchmal liegt der Grund auch darin dass diese Person Konflikte vermeiden wollen.

00:07:44: Doch gleichzeitig merken diese Personen auch, eigentlich ist es mir längst so viel und ich würde gerne nein sagen aber ich trau mich vielleicht nicht oder ich weiß nicht wie.

00:07:54: Das begegnet mir auch sehr häufig in Coachings oder in Trainings das gerade Menschen die ja auch sehr leistungsfähig sind, sehr leisungsbereit und eben auch gern für andere da sein möchten dass sie oft selbst zu spät merken, dass ihre eigenen Grenzen längst überschritten sind und deshalb ist ein Nein etwas unglaublich Wichtiges.

00:08:17: Und es ist nicht gegen andere Menschen, sondern für sich selbst.

00:08:21: zum Beispiel könntest du sagen ich kann das heute leider nicht mehr übernehmen oder?

00:08:27: Ich brauche etwas Zeit um darüber nachzudenken Und wenn du magst, vielen hilft das auch.

00:08:32: Kannst du dann noch eine Begründung geben?

00:08:34: Warum du es zum Beispiel heute nicht mehr übernehmen kannst oder möchtest oder warum du Zeit brauchst?

00:08:39: Eine Sache denn viele Menschen erzählen mir dass sie beginnen sich so zurechtfertigen und dann sagen Sie vielleicht zwei drei vier Dinge weshalb sie das nicht machen können und das wirkt dann auch wieder unsicher auf die andere Person.

00:08:52: und Das braucht es auch gar nichts sondern eine BeGründung Wenn du möchtest, hilft der anderen Person das nachzuvollziehen und ordnet es besser ein damit sich dann gegenüber zum Beispiel auch nicht abgelehnt fühlt.

00:09:07: Und für dich ist es dann leichter nein zu sagen.

00:09:10: Und oft beginnt Selbstsicherheit genau dort in kleinen Momenten von Abgrenzung und Klarheit und auch mal Nein sagen.

00:09:20: Und dann gibt es noch ein anderes Beispiel.

00:09:22: Gerade wenn die Emotionen Gefühle hochgehen, also wenn wir zum Beispiel uns mit anderen Personen streiten oder wenn wir aufgeregt sind oder uns über was geärgert haben, dann verlieren viele Menschen den Kontakt zu sich selbst.

00:09:37: und vielleicht hast du das schon mal erlebt jemand sagt etwas und sofort reagiert innerlich etwas in dir mit Ärger, Unsicherheit Druck- oder Rückzug?

00:09:47: Dann reagieren wir oft automatisch.

00:09:50: Später denkt man vielleicht, warum habe ich eigentlich so reagiert?

00:09:54: Und genau deshalb ist auch in der Resilienz die emotionale Selbststeuerung so wichtig dass man in der Lage ist sich selbst auch zu steuern.

00:10:03: Vielleicht nicht automatisch in dem Moment Aber auch wenn du die Situation noch mal reflektierst, dass du schaust, was hat mich da getriggert?

00:10:12: Was war an dem Moment los?

00:10:13: Weshalb bin ich sozusagen in die Einrichtung abgebogen und wie möchte ich vielleicht in Zukunft mit der Situation umgehen.

00:10:20: Und so lernst du dich selbst besser kennen und auch in der Lage zu sein, dich selbst zu steuern in eine Richtung, die konstruktiv ist und dir gut tut!

00:10:34: Und nicht im Sinne von Gefühle unterdrücken.

00:10:37: Das ist gar nicht der Punkt, denn unterdrückte Gefühlen werden eh stärker sondern dass du deine Gefühler wahrnimmst ohne sofort von ihnen übernommen zu werden.

00:10:47: das ist der große Unterschied auch in der Resilienz Und manchmal hilft dafür schon etwas ganz einfaches.

00:10:54: Zum Beispiel einen kurzen Moment Pause machen, dass du in der Situation selbst fünf Sekunden warte und atmest, ganz bewusst und deinen Körper spürst indem du zum Beispiel die Zähne in denen Schuhen bewegst oder kurz mal die Finger bewegst und nicht sofort aus dem ersten Impuls heraus reagierst.

00:11:14: Denn zwischen Reiz und Reaktion gibt es oft ein klein Raum die Selbststeuerung.

00:11:22: oder ist diese Selbststeuernungsfähigkeit möglich?

00:11:26: Und vielleicht ist genau das heute wichtiger als vorher, denn viele Menschen versuchen gerade einfach nur noch zu funktionieren indem sie stark wirken sicher wirken.

00:11:38: Oder alles im Griff haben.

00:11:39: aber Echte Souveränität entsteht nicht daraus irgendwie perfekt zu sein, sondern menschlich zu sein mit sich selbst verbunden zu sein und das auch zu kommunizieren.

00:11:51: Zu zeigen.

00:11:52: heute geht es mir beispielsweise nicht gut um trotzdem dabei verbunden Und ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Unterschied.

00:12:01: Denn viele Menschen denken Selbstsicherheit bedeutet niemals zu zweifeln.

00:12:05: aber eigentlich bedeutet Selbstsichheit oft etwas ganz anderes nämlich sich selbst auch in unsicheren Momenten nicht komplett zu verlieren sondern sich wahrzunehmen die eigene Anspannung ernst zu nehmen und trotzdem auch liebevoll mit sich zu bleiben Und zwar ganz menschlich.

00:12:26: Nicht perfekt, nicht fehlerfrei sondern einfach menschlig.

00:12:30: und das ist auch etwas dass ich in den Coachings beobachte dass Menschen die wirklich souverän wirken auf andere oft nicht die lautesten sind oder die die alles richtig sagen oder irgendwie am besten sprechen können sondern es sind diejenigen die innerlich mit sich verbunden bleiben können die spürbar präsent sind zum Beispiel auch in einer Stille die klar sind und authentisch.

00:12:57: Und genau das kann man auch lernen, nicht über Druck oder Selbstoptimierung sondern über Bewusstsein indem du dich selbst wahrnimmst und indem du auch dein Nervensystem kennenlernst und weißt wie du dich besser regulieren kannst.

00:13:14: Und vielleicht beobachtest du in den nächsten Tagen einmal, wann machst du dich vielleicht kleiner als du eigentlich bist?

00:13:20: In welchen Situationen verlierst du den Kontakt zu dir selbst?

00:13:25: und was hilft dir wieder mehr innere Ruhe und Stabilität zu entwickeln.

00:13:33: Denn Selbstsicherheit beginnt nicht im Außen sondern in der Beziehung zu dir.